

Die Mosel. Der Mythos, das Postkartenidyll und deutscher Wein-Urknall. Einige von uns sind wahrscheinlich genau damit in die Weinwelt eingestiegen: ein Glas Kabinett, ein bisschen Restsüße oder sogar Restsüße galore, wer weiß. Aber die Mosel kann mehr, viel, viel mehr.
Um diese These zu untermauern, haben wir uns zwei Winzer geangelt, die auf eher leisen Sohlen unterwegs sind. Keine großen Gesten, kein Pathos. Einfach nur präzise Weine. Wir haben keinen Plan warum, aber in einem schwachen Moment haben uns beide zugesagt nach Karlsruhe zu kommen.
Mit den Herren setzen wir eine Klammer um die Mosel: von Nittel bis Winningen. Von Anfang bis Ende. Dazwischen eine Black Box. Die sparen wir uns für ein anderes Mal auf.
Wir sprechen von Julien Renard und Jonas Dostert – dem etwas anderen JJ der Mosel. Für uns gehören beide mit zum Spannendsten, was gerade im deutschen Low-Intervention-Kosmos vor sich geht. Keine Naturwein-Show mit Knalleffekt. Stattdessen filigrane, präzise Weine mit enormer Vielfalt und Spannung.
Julien Renard arbeitet sich in Winningen an der Terrassenmosel ab. Schiefer, steile Terrassen, Handarbeit pur. Bevor er Winzer wurde, war er Dramaturg am Theater – vielleicht erklärt das auch seine Herangehensweise: ruhig, konzentriert, mit einem souveränen Gefühl für Timing. Seine Weine sind reduziert, punktgenau und zischen nur so durch den Rachen.
Am anderen Ende der Mosel: Jonas Dostert. In Nittel. Jonas wirkt ebenfalls mit einer unglaublichen Ruhe und Gelassenheit. In seinen Parzellen dominiert der Kalkstein – geologisch fast schon näher an Chablis als an der klassischen Mosel. Das merkt man auch in seinen Weinen. Straff, salzig, klar. Elbling mit Struktur und Grip. Elb… was? Ja genau.
Stattfinden wird das Ganze – dem Sommer angepasst – auf der Rooftop-Terrasse vom Minestrone, quasi über den Dächern von Karlsruhe. Unser Koch des Vertrauens Salvatore Sanguigno kümmert sich wie immer um die kulinarischen Aspekte und zeigt euch, wie richtig gute Pinsa schmeckt.
Lasst uns der Mosel huldigen. Zu fortgeschrittener Stunde mit der sensationellen Geldkatze an den Decks und vielleicht noch ein Glas Kabi zum Abschied.
Wir sehen uns
Joe, Prinz und Heribert.
